Das Lexikon erläutert Fachbegriffe rund um das Thema Dach
Abdichtungen
Abdichtungen von Dächern oder Bauteilen werden aus zusammenfügbaren bahnen- oder planenförmigen Produkten wasserdicht hergestellt oder als ganzflächige Beschichtungen wasserdicht ausgeführt. Aufgrund unterschiedlicher Anforderungen sind Dachabdichtungen und Bauwerksabdichtungen zu unterscheiden.
Abschlüsse
Abschlüsse sind besondere Ausbildungen von Dachdeckungen, Abdichtungen oder Außenwandbekleidungen an den Rändern der Flächen. Übliche Begriffe für Randabschlüsse sind z. B. First, Ortgang, Traufe, o. ä.
Allgemein anerkannter Stand der Technik
Erfahrungsgrundsätze, die durch Praxis und Erprobung als richtig und notwendig anerkannt sind und in der Wissenschaft feststehen.
Altdeutsche Deckung
Die Altdeutsche Deckung ist mit Decksteinen in deutlich unterschiedlicher Höhe und Breite auszuführen. An der Traufe wird mit den größten, der Höhe nach sortierten Decksteinen (gattierten) begonnen, wobei sich die Deckung zum First hin deutlich verjüngen, d. h. in ihrer sichtbaren Höhe kleiner werden muss. Die Deckung kann von rechts nach links (Linksdeckung) oder von links nach rechts (Rechtsdeckung) erfolgen. Die Mindesthöhen- und Seitenüberdeckung beträgt 29 % der Steinhöhe. Die Regeldachneigung beträgt 25°.
Anschlussbiber
Anschlussbiber sind Biberschwanzziegel, die als ganze oder geschmälerte Biber z. B. an den Ausspitzern anschließen.
Anschlüsse
Anschlüsse sind besondere Ausbildungen von Dachdeckungen, Abdichtungen oder Außenwandbekleidungen an angrenzende oder durchdringende Bauteile oder Bauelemente. Insbesondere bei Dachdeckungen unterscheidet man zwischen seitlichen, firstseitigen und traufseitigen Anschlüssen.
Aufliegende Dachrinne
Aufliegende Dachrinnen sind Aufdachrinnen, auch Liegerinnen genannt, und Sonderformen. Die aufliegende Dachrinne verläuft, um das nötige Gefälle zu erreichen, im Gegensatz zur vorgehängten Dachrinne, auf der Dachfläche schräg oberhalb der Traufe. Sie ist in Abhängigkeit von der Dachneigung mit ausreichendem Gefälle zu verlegen
Aufschnittdeckung
Zum Einsatz kommen Hohlpfannen mit Kurzschnitt. Am Schnittpunkt von vier Ziegeln liegen diese vierfach übereinander. Die Regeldachneigung beträgt 35°.
Ausspitzer
Ausspitzer sind Dachziegel / Dachsteine, die in Richtung des Gratsparrens angearbeitet werden (rechte bzw. linke Ausspitzer).
Außenwandbekleidungen
Außenwandbekleidungen werden an tragenden Wandkonstruktionen aus schuppen- oder tafelförmig angebrachten ebenen oder profilierten klein- oder großformatigen Elementen hergestellt. Sie werden auch Fassadenbekleidung genannt.
Äußerer Blitzschutz
Äußerer Blitzschutz besteht aus der Fangeinrichtung, der Ableitungseinrichtung und der Erdungsanlage. Der äußere Blitzschutz steht in engem Zusammenhang mit dem Aufbau des Daches. Durch die Anlagenteile der Blitzschutz-Systeme darf die Dichtigkeit bzw. Regensicherheit eines Daches nicht beeinträchtigt werden
Baufeuchte
Baufeuchte ist als Eigen- und / oder Einbaufeuchtigkeit von Baustoffen vorhanden.
Bauwerksabdichtungen
Bauwerksabdichtungen sind wasserdichte Abschlüsse von Gebäudeteilen zum Schutz des Bauwerkes gegen Feuchtigkeit oder Wasser. Es wird unterschieden nach Maßnahmen gegen Bodenfeuchtigkeit, nicht drückendes Wasser, von außen drückendes Wasser und von innen drückendes Wasser.
Behelfsabdichtungen
Unter Behelfsabdichtung versteht man den vorübergehenden Schutz einer Konstruktion oder Bauteilfläche, um das Gebäude vor Feuchtigkeit zu schützen und beispielsweise eine Weiterarbeit im Gebäudeinneren zu ermöglichen. Behelfsabdichtungen sind zumindest für einige Zeit der Witterung ausgesetzt. Die verwendeten Werkstoffe und die Art der Ausführung müssen hierfür geeignet sein. Je nach Art und Ausführung können auch Dampfsperren oder erste Lagen von mehrlagigen Dachabdichtungen als Behelfsabdichtung verwendet werden.
Behelfsdeckungen
Unter Behelfsdeckung versteht man den vorübergehenden Schutz einer Konstruktion oder Bauteilfläche, um das Gebäude vor Feuchtigkeit zu schützen und beispielsweise eine Weiterarbeit im Gebäudeinneren zu ermöglichen. Behelfsdeckungen sind zumindest für einige Zeit der Witterung ausgesetzt. Die verwendeten Werkstoffe und die Art der Ausführung müssen hierfür geeignet sein. Je nach verwendetem Material und ggf. mit zusätzlicher Wind-Sog-Sicherung kann beispielsweise eine Vordeckung als Behelfsdeckung dienen.
Biber-Doppeldeckung
Die Doppeldeckung mit Biberschwanzziegeln ist dadurch gekennzeichnet, dass auf jeder Traglatte eine Biberreihe liegt. Die Biber überdecken sich so, dass die dritte Deckreihe die erste um die Höhenüberdeckung überdeckt. Die Deckung erfolgt regelmäßig im Halbverband.
Biber-Kronendeckung
Die Kronendeckung mit Biberschwanzziegeln ist dadurch gekennzeichnet, dass auf jeder Traglatte zwei Biberreihen (Lager- und Deckschicht) liegen, so dass sie untereinander einen regelmäßigen Halbverband bilden. Die Höhenüberdeckung ergibt sich aus dem Abstand zweier Lagerschichten.
Biber-Spließdeckung
Die Spließdeckung mit Biberschwanzziegeln erfolgt in Einfachdeckung. Jede Längsfuge wird mit einem mindestens 5 cm breiten Spließ unterlegt. Die Biber werden in Reihe oder im Drittelverband gedeckt. Der Spließ kann aus Holz, Kunststoff, Metall oder anderen geeigneten Werkstoffen bestehen. Die Deckung soll nur bei Gebäuden untergeordneter Nutzung gedeckt werden.
Biberschwanzziegel
Biberschwanzziegel sind ebene Strangdachziegel ohne Falzausbildungen. Sie werden mit unterschiedlichen Schnittarten hergestellt. Kennzeichnend für diese Dachziegel ist, dass sie in der Regel mehrfach überdeckt und im Verband gedeckt werden. Es wird vorzugsweise Doppel- oder Kronendeckung ausgeführt.
Blende
Mit Blende bezeichnet man senkrechte oder nahezu senkrechte Abdeckungen aus Metall an Traufe oder Ortgang, z. B. unterhalb des Metalldachabschlussprofils, unter vorgehängten Dachrinnen oder als Bekleidung innenliegender Dachrinnen.
Blitzschutz
Blitzschutz dient dem Personen- und Sachschutz vor den Folgen von Blitzeinschlag in Gebäude. Die Notwendigkeit, Gebäude mit Blitzschutzanlagen zu versehen, wird in der Regel in örtlichen Baubestimmungen festgelegt. Darüber hinaus werden von den Schadenversicherern objektbezogene Auflagen zur Errichtung von Blitzschutzmaßnahmen, als Grundlage für Prämienvereinbarungen, gemacht.
Blitzschutzsystem
Ein Blitzschutzsystem ist das gesamte System für den Schutz einer baulichen Anlage gegen die Auswirkungen des Blitzes. Es besteht sowohl aus dem Äußeren als auch aus dem Inneren Blitzschutz.
Bogenschnittdeckung (Deutsche Deckung)
Die Bogenschnittdeckung wird mit quadratischen Schiefern mit Bogenschnitt ausgeführt. Die Deckung erfolgt mit Gebindesteigung, wobei diese abhängig von der Dachneigung ist und zwischen der Mindest- und Höchstgebindesteigung liegen muss. Die Bogenschnittschablonen werden mit hängender Ferse gedeckt. Jede Bogenschnittschablone ist mit mindestens 3 Schiefernägeln oder -stiften innerhalb der Höhen- und Seitenüberdeckung zu befestigen. Die Bogenschnittdeckung wird auch Deutsche Deckung genannt.
Abmessungen der Bogenschnittschablonen: 30 x 30 cm, 25 x 25 cm.
Regeldachneigung für das Format 30x30 cm: 25°
Regeldachneigung für das Format 25x25 cm: 40°
Brandschutz
Brandschutz-Anforderungen dienen dem Personen- und Sachschutz und haben das Ziel, das Entstehen von Bränden einzuschränken bzw. die Brandweiterleitung zu erschweren oder zu verzögern. Der vorbeugende Brandschutz für Baumaßnahmen betrifft das Brandverhalten von Baustoffen, wobei eine Unterteilung in nichtbrennbare und brennbare Baustoffe erfolgt, und das Brandverhalten von Bauteilen.
Brandverhalten von Baustoffen
Baustoffe werden entsprechend ihrem Brandverhalten in folgende Baustoffklassen eingestuft:
• Nicht brennbare Baustoffe A (A1 und A2)
• Brennbare Baustoffe B (Schwer entflammbar B1, Normal entflammbar B2, Leicht entflammbar B3)
Leicht entflammbare Baustoffe B3 dürfen im Bauwesen nicht verwendet werden.
Brandverhalten von Bauteilen
Das Brandverhalten von Bauteilen wird durch die Feuerwiderstandsdauer und durch weitere Eigenschaften gekenn-zeichnet. Die Feuerwiderstandsdauer ist die Mindestdauer in Minuten, während der ein Bauteil bei Prüfung nach DIN 4102 die dort gestellten Anforderungen erfüllt. Bauteile werden entsprechend der Feuerwiderstandsdauer in die Feuer-widerstandsklassen eingestuft. Die Feuerwiderstandsklassen (z. B. F30, F60) sind insbesondere von der Art der Wärmedämmung und der inneren Bekleidung abhängig. Der Nachweis muss nach einem Regelaufbau oder mit einem Prüfzeugnis erfolgen.
Brennbare Baustoffe
Brennbare Baustoffe B werden entsprechend ihrem Brandverhalten in folgende Baustoffklassen unterteilt:
• B1 schwer entflammbare Baustoffe
• B2 normal entflammbare Baustoffe
• B3 leicht entflammbare Baustoffe